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So langsam zeichnet sich ab, wie neu und anders die Linkspartei.PDS ist: Gysi und Lafontaine als Fraktionsvorsitzende, Bisky als Bundestagsvizepräsident, Maurer als Parlamentarischer Geschäftsführer und Ramelow als Vizefraktionsvorsitzender. Alles alte Männer, keiner neu in der Politik. Jetzt fordern die Frauen der Fraktion quotierte Redelisten, Quote bei der Postenvergabe, Ausschussvorsitze. Da sind wir bei den Grünen trotz Spitzenkandidatendiskussion doch ein ganzes Stück weiter. Bin überhaupt mal gespannt, wieviele Posten nach der Wahl in allen Parteien in Frauenhand sein werden.
Viennawolf2 - 26. Sep, 14:51

"Alles alte Männer"
War in der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten auch nicht anders (Breschnew, Andropov, Ceausescu,...), kann mich auch nicht erinnern, dass Gendermainstreaming in KGB-Stuben entwickelt oder von der damals herrschenden Klasse propagiert wurde...

will ich (anonym) - 27. Sep, 07:39

Was halt wichtig ist.

Die Linken haben eben noch Sachthemen und Frauen, die ohne Quotenregelung ihren Weg machen können. Das unterscheidet sie offenbar so sehr von den übrigen Murksbuden, dass gewisse W. sofort protestieren müssen.

Katja Husen - 27. Sep, 15:39

So ein Blödsinn

Die PDS hatte eine harte Quote - die jetzt eben nicht eingehalten wird. Das hat überhaupt nichts mit der geballten männlichen Kompetenz zu tun, die da jetzt am Start ist, sondern mit den ganzen inoffiziellen Quoten, die jetzt erstmal erfüllt werden. Von den Egos, die in diesem Sammelbecken "ehemals-und-jetzt-endlich-wieder-bedeutsamer" Männer befriedigt werden müssen ganz zu schweigen.
Aber das fällt Typen wie Ihnen, die Frauen "W." nennen müssen, damit wir Ihre Verachtung auch ganz bestimmt mitkriegen, vielleicht gar nicht auf, weil das eigene Ego den Blick auf gesellschaftliche Realitäten versperrt?
will ich (anonym) - 28. Sep, 10:38

Danke für die Bestätigung meiner Aussage.
will ich (anonym) - 28. Sep, 11:15

Ich möchte Ihnen doch sagen, dass ich Sie wirklich nicht verachte. Im Gegenteil, was ich hier von Ihnen sehe und lese imponiert mir. Mit den Quoten ist es aber ganz anders. Da tauchen für meinen Geschmack zu viele Frauen auf, deren einzige nennenswerte Qualität ihr Frausein ist und scheinbar wirklich glauben, dass mit dem Amt auch der Verstand kommt. Anstatt dass wir alle gemeinsam die unfähigen Männer aus ihren Pfründen verjagen verlangen die organisierten Frauen einfach nur einen gerechten Anteil. Das geht in die Falsche Richtung. Außerdem widerspricht es meinem Demokratieverständnis, wenn mir irgendwer mit einer Quote vorschreibt wen ich wählen darf und wen nicht.
Katja Husen - 29. Sep, 12:42

Quoten

Und meinem Demokratieverständnis widerspricht es, wenn mit jemand durch den vehementen Widerstand gegen Quoten die Chance nimmt unter mehreren Frauen die qualifizierteste auszuwählen, sondern mir mit der Durchsetzung irgendwelcher inoffizieller, intranspararenter Quoten alleine ermöglicht, eine Auswahl zwischen vielen, vielen Männern zu treffen. So schließt sich der Kreis. Aber de facto habe ich weniger Auswahl, wenn ich eine Frau wählen will, als wenn ich einen Mann wählen will. Ganz gleich, welches weitere Kriterium (Qualifikation, Alter, Bildungsstand, Budnesland etc) man wohl sonst noch anlegen könnte.
will ich (anonym) - 30. Sep, 14:12

Quotenquatsch

Seit wann sind denn Quoten eine Chance, qualifizierte Personen auszuwählen? Quoten sollen doch Kandidaten durchsetzen, die anders keine Chance häten.

Und wenn es bei Frauen weniger Auswahl als bei Männern gibt, dann liegt das wohl am Angebot und nicht am Statut.
Katja Husen - 3. Okt, 11:44

Mathematik und moralische Empörung

Natürlich sind Quoten eine Möglichkeit, die Anzahl qualifizierter Frauen zu erhöhen. Dazu muss man nicht mal politisch für Quoten sein, sondern bloß ein bisschen Ahnung von Mathematik haben. Wenn 99 Männer zur Auswahl stehen und 1 Frau ist die Auswahl an qualifizierten Frauen natürlich geringer, als wenn 50 Männer zur Wahl stehen und 50 Frauen.
Ich glaube, Ihr Problem ist, dass Sie Qualifikation rückwärts definieren: Wer sich durchgesetzt hat, ist dementsprechend qualifiziert. Wenn der Umkehrschluss bedeutet, dass wer sich nicht durchsetzt, dementsprechend auch nicht qualifiziert sein kann, ist diese Art der Definition geeignet jede Form der Diskriminierung zu rechtfertigen: Wer sich gegen Diskriminierung nicht durchsetzt, ist es wert diskriminiert zu werden, weil er/sie es nicht geschafft hat, sich gegen die Diskriminierung durchzusetzen. Das ist definitiv undemokratisch.
will ich (anonym) - 4. Okt, 09:54

Mathematik? Wie wäre es mit Logik?

99 Männer und eine (arme) Frau. Woher kommt denn das Missverhältnis? Es sollen doch alle interessierten = verfügbaren Frauen antreten. Das hat wieder nix mit Quote zu tun, sondern mit Demokratie.
Ob 99, 50 oder eine Frau zur Verfügung stehen, liegt wie gesagt am Angebot (Frauenvorrat ;) und nicht am Statut.
Kandidieren muss dürfen wer will. Die Wahl muss völlig unbeeinflusst ablaufen. Wenn dann 99 Männer und eine Frau gewählt werden, dann ist es Volkes Wille, basta. Umgekehrt natürlich auch.
Ihr Vorwurf, ich würde "Qualifikation" rückwärts definieren, geht bei mir unkommentiert ins Leere, von wo er ja auch gekommen ist.
Sie verwechsel scheinbar Wahl und Qualifikation. Dass dem oft nicht so ist habe ich schon weiter vorne angesprochen. Aber, wie ebenfalls schon gesagt: "Anstatt dass wir alle gemeinsam die unfähigen Männer aus ihren Pfründen verjagen, verlangen die organisierten Frauen einfach nur einen gerechten Anteil."
Was die Diskriminierung betrifft, habe ich den Eindruck, dass Sie Unterschiede diskriminierend empfinden. Dann sind sie natürlich auch undemokratisch.
will ich (anonym) - 29. Sep, 14:21

Gute Quoten und schlechte Quoten?

Diesen Unterschied mache ich eben nicht. Es gibt ja auch keine gute und schlechte Demokratie. Oder sind Sie anderer Meinung? Wenn ja, dann wüsste ich gerne welches System Sie vorziehen.

Katja Husen - 3. Okt, 11:35

Demokratiedefizite

Es gibt aber in allen realisierten Demokratien Defizite.
Die sogenannten Ur-Demokratien im alten Griechenland bspw. waren natürlich ein demokratischer Fortschritt alleine für freie Männer - für Frauen uns Sklaven war in dieser Urform der Demokratie kein Platz, also war die Demokratie unfertig, wenn man denn überhaupt von einer Demokratie sprechen will (ich würde das in dem Fall nicht tun).
Quoten dienen tatsächlich nicht alleine dem Ziel Menschen, die es "anders nicht schaffen", Teilnahme zu ermöglichen. Sie dienen auch nicht dazu Qualifikationsdefizite zu kompensieren (das kann faktisch passieren, ist aber nicht das Ziel). Das primäre Ziel von Quoten ist es, einer quantitativen oder strukturellen Minderheit in einer Mehrheitsgesellschaft zu Repräsentanz zu verhelfen.
Meines Erachtens ist mangelnde Repräsentanz relevanter quantitativer oder struktureller Minderheiten ein Demokratiedefizit.
Deutschland hat wie Österreich mehrere Demokratiedefizite: So sind Frauen in der Politik auf allen Ebenen unterrepräsentiert. In vielen anderen die demokratische Gesellschaft beeinflussenden Feldern (Wirtschaft, Medien, Forschung, öffentlicher Dienst) sind sie zumindest in den Führungspositionen unterrepräsentiert.
Ähnlich verhält es sich in der Politik natürlich auch mit Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderungen, Nicht-AkademikerInnen u.e.m.
Nicht für alle diese Gruppen sind Quoten das geeignete Instrument, weil zuviele Quoten einfach nicht praktikabel sind. Da Frauen allerdings die Hälfte der Bevökerung stellen, ist die Sicherstellung ihrer Repräsentanz durch Quoten m.E. ein politsches, demokratisches Gebot.
Das haben übrigens auch mehrere Gerichte bestätigt, die Quoten zur Erhöhung des Frauenanteils in sehr männlich dominierten Berufsfeldern *bei gleicher Qualifikation* für gerechtfertigt halten. Aber an der Qualifikation scheitern Frauen sowieso viel seltener als Männer das gerne behaupten...
will ich (anonym) - 4. Okt, 10:05

Unterrepräsentation ist eben KEIN Demokratiedefizit. Wo führt denn das hin? Oder soll das nur für Frauen gelten?

Andererseits ist aber die freie und geheime Wahl DIE unabdingbare Voraussetzung für die Demokratie. Wenn die fehlt und so weit sind wir heute schon, dann ist auch die Demokratie weg. Ob Sie es bemerken oder nicht.

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