58ri0001
Österreich wird grad von einer leicht absurden, aber dann doch wichtigen Diskussion erschüttert: Soll die Bundeshymne geschlechtssensibel umgetextet werden? Sollen in der Hymne nur die "Söhne" der auch die "Töchter" gefeiert werden? Im Radio hat grad eben die 9jährige Hannah den ganzen Text feministisch umgedichtet - sensationell!
Die Diskussion wird sehr kontrovers geführt, gibt es den Zusammenhang zwischen Sprache und Bewußtsein? Viele wollen das nicht gern hören und finden das Umdichten der Bundeshymne kindisch. Ich finds einen guten Vorstoß (im übrigen unserer ÖVP Frauenministerin)!
Michael (anonym) - 28. Sep, 20:56

Einen Zusammenhang zwischen Sprache und Bewusstsein besteht sicherlich, aber fraglich, find ich, ist ob Herr und Frau Österreicher die Hymne wirklich so verinnerlicht haben, oder ob sie den meisten schlichtweg Wurscht ist.

Ich finds in gewisser Weise gut da die Bundeshymne sowieso überholt ist (aber ist das nicht vielleicht das ganze Konzept?), nur wenn es wirklich in unser Bewusstsein so eingebrannt währe, wär dieses Thema glaub ich schon viel früher in dieser Weise ans Tageslicht gebracht worden.

Ja zu diesem Thema muss sich wirklich jeder Furz eine Meinung bilden. Pardon für meinen Rant ;)

miza - 29. Sep, 00:24

Bush'sche Ablenkungstaktik?

Irgendwie kann ich mich (bestärkt durch den Auftritt in der ZIB2 heute) nicht des Eindruckes erwehren, dass hier ein Ablenkungsmanöver stattfindet.
"Lass'ma mal die Krone _nicht_ von der e-card schreiben ..." oder so ähnlich.
Chauvinismus im mehrdeutigen Sinne aus dem Frauenministerium?
Eine Schelmin wer Böses dabei denkt ...
blume - 29. Sep, 00:39

nie

hab zwar die hymne nie gemocht (und singe lieber die kaiserhymne, deren erste strophe einwandfrei ist), aber schön, dass der vorschlag gewürdigt wird.

Es gibt wichtigere Dinge ...

Ich denke, es gibt sicherlich einige viel wichtigere Dinge als diese unnütze Diskussion um den Text der Bundeshymne. Es mag schon stimmen, dass Paula von Preradović, nicht an ihr eigenes Geschlecht dachte beim Dichten des Textes.
Ich selbst finde die gesamte Hymne -- Text und Musik -- nicht gelungen. Warum nicht eine schöne neue? Oder braucht's dazu Krieg und Gewalt und einen folgenden Neuanfang?
Wenn es denn unbedingt notwendig ist, eine Hymne, mit der sich heute keiner mehr identifizieren kann, neu zu vertexten (nein, ich meinte das Urheberrecht zu verletzen), dann soll es bitte sein und von mir aus macht die Frau Frauenministerin das per gesetzlicher Weisung. Ach ja, kann diejenige mal jemand fragen warum eigentlich nicht auf E-Mails zum Influenza-Pandemieprogramm geantwortet wird ...

Egal, es gibt wie gesagt viel wichtigere Dinge.

.C. (anonym) - 29. Sep, 02:00

Wichtigere Dinge?

Jedesmal wenn irgendjemand das von sich gibt, könnte ich mich maßlos aufregen, aber dann denke ich mir: Es gibt ja wichtigere Dinge!

Es gibt immer wichtigere Dinge als "Dies und Jenes" und das wird auch immer so bleiben! Was ist wichtiger: Bildung oder Hundekot auf dem Gehsteig? Wenn ich noch ein wenig verschlafen auf dem Weg zur Uni in einen Haufen trete, dann ist mir das in genau jenem Moment weit wichtiger als mir Gedanken über die Bildungsoffensive unserer aktuellen Regierung zu machen.

Wir leben in einer Demokratie und wenn jemand einen Vorschlag macht, kann/darf/muss man sich damit eben auseinandersetzen. Mir wäre nicht bekannt, dass jemand die absolute Weisheit mit dem Löffel gefressen hätte und für alle Österreicher entscheiden darf was wie wichtig, unwichtig oder überhaupt gewichtig ist.

Es ist ein Ansatz, und wie gesagt, kein Hahn kräht heute noch die Bundeshymne, die Aufregung ist vollkommen überzogen und aufgeblasen. Ist ja nicht so, dass es sich dabei um das Hymen der Jungfrau Maria handelt.
Marie Ringler (anonym) - 29. Sep, 08:45

Hymne

So viele Kommentare in einer Nacht zeigt wohl *wie* kontrovers das Thema ist. Also mir wäre es auch lieber, wenn die ganze Hymne umgetextet würde und der Zeit und dem Leben angepasst würde. Aber nachdem alle Volksschulkinder den Text auswendiglernen müssen und wir sie alle immer wieder mal singen müssen finde ich das absolute Minimum die geschlechtssensible Veränderung.
Übrigens gestern hat mir eine ältere Dame, die zu Kriegsende ein Kind war, ihre Version vorgesungen: "Land der Erbsen, Land der Bohnen, ..." und dann kam noch was mit Kartoffelbrot, weil alle so wenig zu essen hatten. Auch keine schlechte Umdichtung um sich auch an andere Zeiten die dieses Land gesehen hat zu erinnern...

lance - 29. Sep, 12:07

...und was kommt danach?

Was werden wir nach der Hymne "umtexten", damit es der "Zeit" entspricht bzw. einigen "Emanzen" besser geht.
Nicht, dass man mich falsch versteht, ich bin nicht frauenfeindlich!
Ob die "Umtextung" einer Hymne allerdings die Gleichberechtigung der Frauen voranschreiten lässt darf mehr als bezweifelt werden. Dafür gäbe es andere - ja wichtigere - Ansätze zu verwirklichen!

Katja Husen - 29. Sep, 12:55

Nebenwiderspruch

Die Gleichstellung der Frauen gilt ja schon lange als ein untergeordnetes Ziel, etwas das man angehen kann, wenn der Weltfrieden, das Ende der Umweltzerstörung und die Besiedelung des Mars erreicht sind. Außerdem gibt es innerhalb der Gleichstellungspolitik immer ein wichtigeres Ziel, als das, was gerade angegangen wird: Die Genitalverstümmelung, die Zwangsheirat, Massenvergewaltigungen im Krieg. Je weiter weg, desto besser.
Sprache, und gerade eine so männlich dominierte Sprache wie die deutsche, wird da selten in den Blickpunkt genommen.
Hier in Deutschland hat es ewig gedauert, um ein paar Sachen zu ändern, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein könnten (und mittlerweile auch sind): Es heißt in Ausweisen mittlerweile Inhaber/in. In jährlich wechselndem Rhythmus haben Hochs und Tiefs je männliche und weibliche Vornamen. Beides Kleinigkeiten, aber es einzuführen schien den Untergang des Abendlandes zu bedeuten - es zu haben, baut aber sprachlich induzierte Bilder im Kopf ab.
Viennawolf2 - 29. Sep, 13:17

Ans Volk denken!

Ob man nicht für die Melodie etwas von Anton Webern oder Arnold Schönberg nehmen sollte? Jedes Länderspiel des Nationalteams hätte dann einen volksbildenden Charakter!
Philipp Chladek (anonym) - 29. Sep, 13:26

Ich finde, das man sich überhaupt die Texte der Hymnen, auch der Landeshymnen anschauen sollte, und sich fragen sollte, ob die noch aktuell sind. Ob es noch sinnvoll ist, diese Texte zu singen. Das ist bei der Bundeshymne weniger der Fall als bei den Landeshymnen. Tirol: Andreas Hofer? Ist das nicht ein bisschen lange her? Sollte man diese Geschichten von Krieg, Mord & Totschlag nicht irgendwann einmal gut sein lassen? Kärnten: Müssen wir ewig daran erinnern, dass die "grenzen mit Blut geschrieben" werden? Ist das in Zeiten europäischer Integration nicht in bisschen anachronistisch?

blume - 1. Okt, 01:35

sicher

in "casablanca" ist sie zwar grandios, aber auch die franzoesische nationalhymne ist nicht ganz koscher.

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ixelarr - 23. Mai, 19:38

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