will ich (Gast) - 10. Okt, 08:14

Frau Lafontaine

hat da unter anderem eine Antwort auf die Geburtenproblematik gegeben.

Überraschend viele Akademikerinnen fänden es wunderschön, ganztags ihre Kinder aufziehen zu können. Das wird auf anderen Ausbildungsniveaus vielleicht auch so sein.
Es passiert aber nicht, weil der Ehemann nicht mehr als Familienerhalter anerkannt wird. Wenn der ein ausreichendes Einkommen verlangt, sagt ihm der Chef, er soll seine Frau arbeiten schicken und die fortschrittlichen Frauen besorgen den ideologischen Unterbau für diese Zumutung.
Sollte nicht jede Frau, jede Familie, den Weg gehen können, der ihr der liebste ist?

Katja Husen - 10. Okt, 13:03

Klar

... kann jede Frau in Deutschland das machen, was in keinem anderen westeuropäischen Land Frauen toll finden: Nämlich sich zu Hause bei ihre Kindern Schritt für Schritt dequalifizieren und die Abhängigkeit vom Ehemann genießen. Dann aber bitte auf familiäres Risiko und mit den entsprechenden finanziellen Abstrichen im Alter, wenn der Gatte die Rentenbeiträge seiner Mutter und Hausfrau nicht zahlen wollte. Und wenn die Beziehung dann wie ein Drittel aller Ehen in die Brüche geht, will ich kein Gejammer hören und den Ruf nach dem starken Staat, der plötzlich die private Lebensentscheidung rückwirkend finanziell absichern soll. Echte finanzielle Unabhängigkeit gibt es eben auch für Frauen nur durch ein eigenes Einkommen (oder eine entsprechende Erbschaft...).
will ich (Gast) - 10. Okt, 14:15

Klar,

warum nicht gleich Internierungs- und Straflager für Mütter, die bei ihren Kindern sein wollen?
will ich (Gast) - 10. Okt, 14:20

Jetzt ärgert es mich erst so richtig.

Was soll das heißen, "auf familiäres Risiko"? Ich finde, Sie haben ein eigenartiges Verständnis der Pflichten einer Gemeinschaft GEGENÜBER DEN KINDERN.
Wie schon gesagt, SIE liefern die ideologische Basis für die Ausbeutung der Frauen und Mütter.
Katja Husen - 10. Okt, 14:22

Schon wieder...

Sehr geehrter Herr "Will ich",

mir ist jetzt schon öfter aufgefallen, dass Sie nicht in der Lage sind, inhaltliche Argumente ohne überzogene Polemik auszutauschen. Das ist wirklich schade und ich hoffe sehr für Sie, dass Sie in der Lage sein werden, dieses unsympathische Verhalten mittel- bis langfristig zu überwinden.
Katja Husen - 10. Okt, 14:34

Und jetzt noch mal inhaltlich

1. In keinem westeuropäischen Land außer Deutschland und Österreich gilt es als "Pflicht der Gemeinschaft gegenüber den Kindern" sie drei Jahre lang oder länger mit ihren Müttern in eine häusliche Gemeinschaft zu binden.

2. Ganz im Gegenteil: In nahezu allen der o.g. Länder gilt ein staatliches Bildungssystem ab dem ersten Lebensjahr als wichtigste Leistung der Gemeinschaft. Ein Bildungssystem, dass Kindern Chancen eröffnet, die sie zu Hause vielleicht nicht bekommen.

3. Alle diese Länder haben eine sehr viel geringere Abhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Stellung der Eltern als Deutschland - sind also relativ erfolgreich mit ihrem Modell.

4. Meine Folgerung daraus ist: Statt finanzielle Leistungen in die Familien zu pumpen, die vor allem die Erwerbsneigung von Frauen dämpfen sollen, brauchen wir eine flächendeckende, flexible, qualitativ hochwertige und vor allem bezahlbare Bildungsinfrastruktur in Deutschland. Gerade für die Familien, die sich wegen des geringen Einkommens des Mannes sowieso nicht auf die Mittel- und Oberschichtsdebatte von der Hausfrau und Mutter einlassen können.

5. Kinder brauchen erwachsene Bezugspersonen. Zu glauben, dass das alleine die Mütter sein können, sich die Väter und die anderen Erwachsenen dagegen vornehm zurückhalten können, ist auch entwicklungspsychologisch längst widerlegt. Deshalb werde ich mir diese Position auch trotz ihrer ideologischen Kämpfe in diesem Blog nicht zu eigen machen.
Viennawolf2 - 10. Okt, 15:19

Probleme von Heute & Lösungen von Gestern

"Sollte nicht jede Frau, jede Familie, den Weg gehen können, der ihr der liebste ist?"

So sehr ich mich auch anstrenge, ist es für mich nicht einzusehen, wieso der "liebste Weg für jede Frau, jede Familie" zu Hause in ökonomischer Abhängigkeit vom Lebensabschnittspartner sein soll?
Wenn das in Ö von Jörg Haider & Co eingeführte Kinderbetreuungsgeld so ein rießiger Erfolg wäre, warum gibt es kein einziges vorzeigebares Beispiel aus dem Spitzenmangement in der Wirtschaft oder in der Politik, in der dieses Modell angenommen worden wäre?
Das oft kurzsichtige Schielen auf niedrige Geburtenraten in dieser Debatte übersieht völlig, dass die veränderte Alterstruktur der Bevölkerung in Europa im medizinischen Fortschritt begründet liegt. Jeder der Internetsuchmaschinen bedienen und 1+1 zusammenzählen kann, weiss das, gell Hr. "WILL ICH"?
will ich (Gast) - 10. Okt, 16:03

inhaltlich, so tief und oft Sie wollen.

"SIE liefern die ideologische Basis für die Ausbeutung der Frauen und Mütter". War Ihnen das zu polemisch? Es ist die Wahrheit.

Sie wollen unbedingt eine Alternative zur traditionellen Familie schaffen, können es nicht und machen trotzdem weiter, das finde ich gewissenlos. Ein gemeinschaftliches Bildungssystem ab dem ersten Lebensjahr, ja ab der Geburt, in dem die Kinder in Kinderhäusern großgezogen wurden, ist in den israelischen Kibuzim bereits im vorigen Jahrtausend gescheitert. Ist Ihnen das wieder zu polemisch? Es ist wieder die Wahrheit.

Eine funktionierende Familie und ein Bildungssystem, das Kindern Chancen eröffnet, die sie zu Hause vielleicht nicht bekommen, schließen einander nicht aus. Was aber offenbar wirklich nicht zusammengeht sind Ihre Vorstellungen und die traditionelle Familie, in der jedes Kind einen Vater und eine Mutter hat. Die braucht es aber und nicht irgend eine erwachsene Bezugsperson. Wollen Sie Ihre Kinder irgend einer erwachsenen Bezugsperson überlassen? Antworten Sie bitte nicht.

Ihre 5 Punkte gehen an meiner ursprünglichen Argumentation so weit vorbei, dass ich gar nicht verstehe, waum Sie mir das erzählen. Obwohl es für mich sehr aufschlussreich gewesen wäre, zu erfahren, dass Sie die Erwerbsneigung von Frauen am liebsten erzwingen wollten, wenn ich es nicht schon längst wüsste.

Sie treiben die Frauen in die Mühle der beruflichen Ausbeutung, damit Sie nicht zugeben müssen, dass Ihr politischer Ansatz vom ersten Tag an falsch war. Das werden Sie aber nicht durchhalten. Sie können zwar jenen Frauen, die bereit sind, Ihnen zu folgen, schaden, aber man wird die Ursachen und ihre Verursacher erkennen und verurteilen.

Pfui, das war wieder arg unsympathisch von mir, es sind aber wieder die Argumente, die Sie nicht aushalten und nicht irgend etwas anderes.

Natürlich wäre ich Ihnen gerne sympasthisch, aber wat mutt, dat mutt. Bedauerlich finde ich, dass ich Ihnen nicht die Augen öffnen kann.
will ich (Gast) - 10. Okt, 16:17

Besser nicht zu krampfhaft nachdenken.

@ Viennawolf2. Ich halte Sie für einen beflissenen Lebensabschnittspartner und glaube Ihnen auf's Wort, dass sie trotz größter Anstrengung nichts einsehen und es stört mich nicht im Geringsten, dass ich nicht erkennen kann, worauf Sie in Ihrem Beitrag antworten, aber ich verstehe vielleicht, warum sie es tun.
Also, seis drum, schönen Gruß nach Vienna, Wolf.
Katja Husen - 10. Okt, 16:31

Ach herrje, Herr "Will ich"

1. "die traditionelle Familie" - damit meinen Sie wahrscheinlich Vater, Mutter, Kind(er), er berufstätig, sie Hausfrau und Mutter. Diese Familie ist ein (ich sagte es schon) obere Mittel- bis Oberschichtsphantom der fünziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Frauen, deren Männer nicht genug verdient haben, waren immer schon berufstätig, Frauen in der Lnadwirtschaft waren immer schon berufstätig, auch Alleinerziehende wie die Kriegswitwen waren immer schon berufstätig. Sie alle mussten die Betreuung ihrer Kinder privat organisieren und sich als Rabenmütter beschimpfen lassen, weil sie die Ideologie der Mutter als ausschließliche Betreuerin ihres Nachwuchses nicht erfüllen wollten oder konnten.

2. Kein Mensch redet von den Kinderhäusern der Kibuzim. Ich rede von Horten, Kindergärten und Ganztagsschulen wie es sie in Großbrittanien, den Niederlanden, Schweden, Finnland, Dänemark, Frankreich usw. schon lange gibt - mit großem auch bildungspolitischem Erfolg.

3. Ich habe auch nicht behauptet, dass Mütter *keine* Bezugsspersonen ihrer Kinder sein sollen. Sondern dass neben der Mutter auch andere Erwachsene Bezugspersonen sein sollten. Dazu gehören der Vater, aber auch Großeltern, Tanten/Onkel, Nachbarn, KindergärtnerInnen, LehrerInnen etc. Ich weiß ja nicht, wie sie aufgewachsen sind, aber ich hatte neben meiner Mutter tatsächlich auch andere Menschen, die sich mit mir beschäftigt haben und mir neue Sichtweisen vermittelt haben.

4. Was Sie "die Mühle der beruflichen Ausbeutung" nennen, ist doch in Wirklichkeit der einzige Weg, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen und individuelle Talente und Fertigkeiten gesellschaftlich anerkannt anzuwenden und auszubauen. Sie reden die Arbeitswelt schlecht, obwohl in Deutschland eine Erwerbstätigkeit das ist, was sich die meisten Menschen wünschen - Männer wie Frauen, Mütter wie Väter. DAS ist die Wahrheit.

5. Was Sie dagegen propagieren, ist der Hauptgrund für Kinder- und Frauenarmut in Deutschland: Der Verzicht auf finanzielle Unabhängigkeit durch Erwerbsarbeit bei gleichzeitiger Abhängigkeit eines Partners. Wenn dieser Partner sich trennt, erkrankt, stirbt oder sonstwie als Ernährer nicht zur Verfügung steht, haben diese Frauen keine Chance auf Rückkehr ins Berufsleben. Völlig unabhängig übrigens, ob sie Kinder haben oder kinderlose Hausfrau in der traditionellen Partnerschaft konservativer Prägung.

Nun interessiert mich nur, warum Sie glauben, dass ich die "Erwerbsneigung von Frauen" erzwingen will. Schließlich plädiere ich damit für eigene Konkurrenz - während Sie sich versuchen, Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt vom Leib zu halten.
will ich (Gast) - 10. Okt, 16:57

Ach herje?

ad 1: Mit traditioneller Familie meine ich, dass die Kinder Vater und Mutter haben. Und die Mutter soll bei ihren Kindern bleiben dürfen, wenn sie diesen Wunsch hat.
ad 2: ICH rede von den Kinderhäusern in den Kibizim. Die Kinder hatten dort eine großartige Ausbildung, trotzdem ist dieses System gescheitert.
ad 3: Einverstanden. Allerdings rate ich Ihnen, die Leute, die Ihnen Ihre Sichtweisen vermittelt haben, nicht nur positiv zu sehen.
ad 4: Ich halte es für eine Pflicht der Gemeinschaft, die Frauen in die Lage zu versetzen, ihre Kinder ohne Einschränkungen groß zu ziehen. Das geht von der Wohnung über Ernährung und Kleidung bis zur Schule. Das ändert aber nichts am Recht der Kinder und damit an der Pflicht der Eltern, auf eine intakte Familie.
ad 5: siehe 4.

Warum ich glaube, dass Sie und Ihre grünen (und roten) Komplizen die Erwerbsneigung der Frauen erzwingen wollen, habe ich schon einmal erklärt (falscher politischer Ansatz und so). Das mit der Konkurrenz trifft bei mir persönlich zwar nicht zu, kann aber bei anderen so sein. Mir geht es hier um die "Pflichten der Gemeinschaft GEGENÜBER DEN KINDERN", wie ich schon oben erklärt habe. Begonnen hat es schließlich mit der Geburtenproblematik.
Haltungsturner - 12. Okt, 10:33

was mich schon immer an dieser Diskussion nervt

ist, dass Menschen, die eine Wahlfreiheit für verschiedene Lebensentwürfe jenseits des von wem auch immer gerade politisch erwünschten wollen, entweder für rückständig erklärt werden - oder aber mit neoliberalen Argumenten ("dein Problem", oder in deinen Worten, Katja: "eigenes familiäres Risiko") abgespeist.

Ich warne davor, einfach andere Modelle für per se überlegen zu halten. Nur mal als Beispiel Schweden: Sooo erstrebenswert finde ich nicht, dass fast ein Drittel alles Frauen mit Kindern ab Mitte Vierzig regelmäßig mit der Diagnose "utbrennt" länger krank ausfallen. Und kaum Männer von diesem Phänomen betroffen sind. Toll.

Schade finde ich, dass du die Polemik in den Threat bebracht hast mit der zynischen Unterstellung, Frauen, die für eine Zeit ihrer Berufstätigkeit den Beruf der Familienmanagerin wählen, würden "sich zu Hause bei ihre Kindern Schritt für Schritt dequalifizieren und die Abhängigkeit vom Ehemann genießen." Kennst du keine Familien mit diesem Modell? Oder wie kommst du zu dieser absurden Haltung?

Schade.
Katja Husen - 12. Okt, 15:07

@ Haltungsturner

- Wahlfreiheit. Was mich an dieser Debatte nervt, ist, dass ich immer wieder von Männern erzählen lassen muss, dass das doch ganz toll ist, wenn Frauen zu Hause bleiben können und sich um ihre Kinder kümmern. Dass es aber nie um Männer geht - weder um die Masse aller Männer noch um den eigenen Lebensentwurf der Männern, mit denen ich das Thema diskutieren soll. Warum wohl?

Meine Vermutung: Weil Männern nämlich klar ist, was sie Frauen verschweigen. Dass es keinen Staat auf der ganzen Welt gibt, der Frauen alleine für Kinderkriegen und Kindererziehung so gut bezahlen kann und will, dass Frauen damit alleine finanziell unabhängig sind. Hausfrauen und Mütter sind IMMER abhängig vom Partner oder (wenn der ausfällt) vom Staat. Es gibt ganz wenige Ausnahmen, da geht es dann aber um Erbinnen etc.

Wie sieht es denn zur Zeit mit der von Euch beiden so beschworenen Wahlfreiheit aus? Das Steuer- und die Sozialsysteme bevorzugen Einverdienerfamilien - also einseitig ein Familienmodell. Frauen, die sich nicht wie von Herrn Willich propagiert um die Kinder kümmern wollen, erhalten dafür, dass sie mit ihrer Erwerbsarbeit Steuern zahlen, durch die Betreuung ihrer Kinder Arbeitsplätze sichern und die eigene soziale Absicherung (Gesundheit, Pflege, Rente) durch eigene Beiträge finanzieren: GAR NICHTS. Obwohl sie auch Mütter sind. Im Gegenteil: Mit ihren Steuern und Sozialabgaben finanzieren sie als Teil der Gesellschaft den Hausfrau-Müttern die finanzielle und soziale Absicherung durch kostenlose Mitversicherung und Ehegattensplitting zum Beispiel.

- Dequalifizierung: Was Du, Haltungsturner, zynisch nennst, ist in Bezug auf die Dequalifizierung doch einfach die Wahrheit, die Männer davon abhält, sich für jahrelange Elternzeit aus dem Berufsleben zu verabschieden.
In Deutschland gilt man nach 1 Jahr Erwerbslosigkeit als langzeitarbeitlos. Die Elternzeit beträgt 3! Jahre. Bei zwei Kindern kommen auch gerne mal fünf bis sechs Jahre zusammen - wie naiv muss man sein, das nicht als Dequalifizierungszeit zu erkennen?!

- Abhängigkeit: Keine Ahnung, ob die Frauen den Handel Abhängigkeit vom Einkommen anderer zu Gunsten von mehr Zeit mit ihren Kindern genießen. Die Frauen, die ich kenne, wollen arbeiten und werden als Mütter auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert. Herr Willich und Du kennt aber offensichtlich andere Frauen. Frauen, die unbedingt zu Hause bleiben wollen und die Abhängigkeit dafür in Kauf nehmen. Ob sie das genießen, könnt Ihr sie ja fragen. Im Buch "Die Frau an seiner Seite" kommen jedenfalls Frauen zu Wort, die das tun.

- Burnout-Syndrom: Schon mal was vom Müttergenesungswerk gehört? Dass Mütter eher am Burn-Out-Syndrom leiden als Väter ist schon länger bekannt, als es in Deutschland überhaupt nennenswerte Frauenerwerbstätigkeit gibt. Das liegt aber nicht daran, dass die Frauen arbeiten, sondern an den mangelnden Ruhepausen - ganz egal ob Nur-Mütter oder Working-Mom.

Genau deshalb setze ich mich für partnerschaftliche Modelle ein, in denen eben nicht die Mutter alleine für die Kinder und den Haushalt zuständig ist, sondern in denen beide Eltern sich die familiäre Arbeit teilen und sich eventuell sogar externe Hilfe dazuholen.

Deshalb noch mal: Natürlich können Frauen nur Hausfrau und Mutter sein. Dann müssen sie sich aber mit der Abhängigkeit abfinden, die das mit sich bringt. Jeder, der behauptet, diese Abhängigkeit könnte man mit staatlichen finanziellen Mitteln auflösen, lügt.
Natürlich können auch Männer nur Hausmann und Vater sein. Für die gilt dann genau das gleiche.

Politisch werde ich mich jedenfalls nie im Leben für die Bevorteilung von Modellen einsetzen, die Abhängigkeiten verstärken. Ich halte das aus sozialstaatlichre Sicht für völlig verfehlt. Statt dessen kann ich mir vorstellen, Modelle zu fördern, die es Männern und Frauen ermöglichen, erwerbstätig zu sein, sich die Verantwortung für Familienarbeit gerecht zu teilen und Zeit für ein Privatleben neben den Kindern zu haben. Bspw. über flexible Arbeitzeitmodelle, steuerlicher Bevorteilung von Teilzeitarbeit, bezahlbare und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und kinderfeundliche Infrastruktur (Wohnungen, ÖPNV, Freizeitangebote etc).
will ich (Gast) - 13. Okt, 13:49

@ Katja Husen: Ich hab's gewusst. Sie wollen die Frauen in die Erwerbstätigkeit zwingen.

Dass das burnedout-Syndrom vor allem alleinerziehende Mütter gefährdet, haben Sie nicht erwähnt.

Ich finde, dass die auf Ihre Art erworbene Unabhängigkeit teuer erkauft wird. Es gehen nämlich nicht nur die Frauen drauf, es geht, mit der Zeit. auch schwer auf die Substanz der Gesellschaft und des gemeinschaftlichen Nachwuchses. Aber dafür haben Sie ja auch ein Rezept: Ausländer rein.

Vielleicht ist es die Erfahrung der Geborgenheit einer funktionierenden Familie, oder auch etwas anderes, auf jeden Fall schreiben Sie hier so, als fehlte Ihnen etwas sehr wichtiges.
Dora Horn (Gast) - 11. Mrz, 08:46

Ich bin eine Nur-Hausfrau. Und wie oft mußte ich mir schon anhören: "Ach so eine bist du, eine, die sich von ihrem Mann verhalten (versorgen) läßt. Kriegst du nichts (auf dem Arbeitsmarkt), oder kannst du nichts?" Ich finde solche Diskriminierungen menschenentwürdigend! Wenn mehr Frauen den Mut haben zuhause zu bleiben, um die Kinder zu versorgen, dann wären die Kinder wesentlich besser geschützt vor Gewalt in der Schule, weil sich die Mütter die Zeit nehmen können, in der Schulpause auf dem Schulhof zu sein, um ihr Kind vor älteren, gewalttätigen Schülern zu schützen. Eine berufstätige Mutter ist dazu nicht in der Lage, die kommt gestreßt am späten Nachmittag nach Hause, erledigt hundemüde ihren Haushalt und hat keinen Nerv mehr dafür, sich die Sorgen ihrer Kinder anzuhören. Dann sagt sie: "Wenn du in der Schule verprügelst, dann mußt du dich eben wehren!" Basta! Das Kind steht alleingelassen vor dem Problem, findet die Mutter nicht mehr als Ansprechpartnerin und Beschützerin.

Und was die Abhängigkeit vom Mann als Nur-Hausfrau angeht: Der Mann muß eine Lebensversicherung für die Ehefrau abschließen, falls er vor ihr stirbt. Außerdem bekommt jede Mutter für pro Kind im Alter eine Rente. Meine Mutter war auch eine Nur-Hausfrau, als sie noch lebte, und bekam 700 DM Rente für die Kindererziehung. Und das war 1996. Und außerdem: Wir Menschen sind alle immer von etwas abhängig. Außerdem bekommt die Ehefrau das Haushaltsgeld, steht sich also besser wie der Mann, der nur ein monatliches Taschengeld für sich einbehält. Also hat die Nur-Hausfrau den Finger auf den Geldbeutel, und nur in wenigen Fällen der Mann!

Ich finde, daß das Image der Nur-Hausfrau aufgebessert gehört, und daß endlich mal Schluß damit gemacht werden soll, die Nur-Hausfrauen als Schmarotzerinnen anzusehen. Wir Nur-Hausfrauen haben die Aufgabe, die Kinder großzuziehen, den Haushalt in Ordnung (in dem es immer Arbeit gibt) und dafür zu sorgen, daß Männe ordentlich angezogen daherkommt.

Bei uns in Düsseldorf hieß es noch bis in die Mitte der 1970iger Jahre, wenn eine Frau arbeiten ging, daß der Mann gefragt wurde: "Ja, wie? Verdienst du nicht genug, daß du deine Frau arbeiten schicken mußt?" Es war also kein wirtschaftlich gutes Zeichen, wenn die Ehefrau ins Berufsleben mußte, damit das Geld zum Leben für die Familie ausreichte.

Man hat die Frauen regelrecht ins Berufsleben gedrängt, weil die Industrie sie als billige Arbeitskräfte schätzte. Aus dem "Du darfst arbeiten gehen, wenn du willst" - wurde "Du MUSST arbeiten gehen!" So sieht es doch heute aus! Der Image-Zwang, daß die Frau ins Berufsleben soll hat dafür gesorgt, daß Haushalt und Kinder vernachlässigt werden, daß die Frau doppel- und dreifach belastet wird. Aber wenn Männe von der Arbeit kommt, legt er daheim die Füße hoch und wird sehr "grätig" wenn er mal den Abwasch machen soll.

Einige Politiker fordern: Mehr Frauen ins Berufsleben! Kinder bitte schon ab dem 1. Lebensjahr in die Kinderkrippen! Auf diese Weise sollen Frauen zur Gebärmaschine werden. Werf gefällist ein Kind, und nach einem Jahr ab zurück ins Berufsleben! So geht es nicht! Wir Frauen sind keine Fliesbänder! Wir Frauen haben das Recht, daheim zu bleiben, uns um unsere Kinder selber zu kümmern. Wenn ein Kind bereits ab dem 1. Lebensjahr in die Kinderkrippe abgeschoben wird, verliert es den engen Kontakt zur Mutter! Die Mutter wird zur Besucherin, zur Tante - das innere Verhältnis zum Kind wird zerstört!

Ich sage: Frauen seid mutig, entscheidet euch für den Beruf der Hausfrau! (Der früher übrigens sehr geachtet war, und sich keiner daran störte, eine Nur-Hausfrau vor sich zu haben.)

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