
Also jetzt sind es drei Frauen und fünf Männer, die die SPD ins Rennen schickt. Keine so richtig tolle Frauenquote muss man da leider sagen. Und wenn die CDU meint, dass Kanzlerin und vielleicht noch Familienministerin reichen muss, dann schauts nicht gut aus für die Frauenparität...



Solange solche Mittel nicht zur Vergangenheit angehören, bleibt eine wirkliche Gleichberechtigung doch ein Traum. was meint Ihr?
Wie bitte?!
Paritätische Besetzung von Entscheidungsgremien ist ein Gebot der Demokratie. Für Deutschland mag ich da auf Artikel 3, Grundgesetz, und entsprechende Artikel der Landesverfassungen, sowie auf das Bundesgremiengesetz und die entsprechenden Gremiengesetze der Länder verweisen.
Außerdem: Wieso ist das Problem immer, dass ja vielleicht mal ein kompetenter Mann einer inkompetenten Frau unterliegt - während sich keiner der Männer vorstellen zu können scheint, dass jetzt schon ständig kompetente Frauen hinter inkompetenten Männern zurückstehen müssen?
>kompetenter Mann einer inkompetenten Frau unterliegt - während
>sich keiner der Männer vorstellen zu können scheint, dass jetzt
>schon ständig kompetente Frauen hinter inkompetenten Männern
>zurückstehen müssen?
toucher!! :-)
> schließlich gibt es die Geschlechtsparität in der Politik ja nicht.
Zugegeben Katja, da hab' ich mich nicht genau genug ausgedrückt. Was ich gemeint hab', war das Festhalten am Kampf für das Prinzip der Geschlächtsparität bei den Grünen.
> Wieso ist das Problem immer, dass ja vielleicht mal ein kompetenter
> Mann einer inkompetenten Frau unterliegt - während sich keiner der
> Männer vorstellen zu können scheint, dass jetzt schon ständig
> kompetente Frauen hinter inkompetenten Männern zurückstehen
> müssen?
Als Mann muss ich Dir widersprechen: Ich kann mir nicht nur vorstellen, dass in unserer Gesellschaft andauernd kompetente Frauen den Nachrang hinter weniger kompetenten Männern haben, ich bin mir dessen sogar sicher. Und es muss unser aller Ziel sein, diese Diskriminierung zu beenden. Aber bitte nicht mit dem Holzhammer. Das geht schief!
Man kann die Leute nicht zur Gleichbereichtigung zwingen. Das glaubt Ihr doch nicht wirklich! Mit Zwang erreicht man gar nichts! Korrektur: Was man damit vielleicht erreicht, ist das Unverständnis derer, die nicht verstehen, warum man eine Diskriminierung durch eine andere ersetzten muss.
Als Österreicher erinnert mich dieses System an den nach dem 2. Weltkrieg eingeführten Proporz, bei dem dem Staat eine Gewatentrennung zwischen den beiden großen Parteien verordnet wurde. Damals nicht unbegründet ("Nie wieder Bürgerkrieg!") hat man in den letzten Jahrzehnten aber auch erkannt, dass dieser Zwang nichts Gutes bringt.
Und wenn Du auf den Artikel 3 im dt. Grundgesetz hinweist: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." Ich kann mir nicht vorstellen, das mit "wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin" solche Methoden gemeint sind.
Aber bitte klärt mich auf, wenn ich falsch liege. Ich versteh's halt einfach nicht!
Nur kurz
In den Köpfen sicher nicht, realiter natürlich ein ganzes Stück weit. Die affirmative action in Bezug auf Afro-Amerikaner in den USA, das Lebenspartnerschaftsgesetz, das Wegweisungsgesetz in D und Ö, Anti-Diskrminierungsgesetze - und eben auch Quoten.
Unverständnis derer, die nicht verstehen, warum man eine Diskriminierung durch eine andere ersetzen muss
Tja, so ist das eben: Wenn weiße, gesunde Männer nicht alle Macht haben sollen, dann müssen sie welche abgeben. Wenn sie nicht alle finanziellen Mittel haben sollen, müssen sie welche abgeben. Das tut dann dem einzelnen Mann vielleicht weh, aber ohne Verlust der einen Seite ist Umverteilung zu Gunsten der anderen Seite nicht zu haben. Und da Menschen selten freiwillig abgeben, ist es Aufgabe des Staates, das notfalls durchzusetzen (Steuersystem, Gremiengesetze, Rechtssprechung).
Symptomatisch für die Unfähigkeit vieler Männer zu erkennen, dass das was sie glauben, dass *sie* darauf einen Anspruch haben, vielleicht gar nicht *ihrs* ist, war übrigens der Titel einer Talkshowsendung in USA:
"This bitch took my job" - vier weiße Männer, die einer schwarzen Frau in einem Auswahlverfahren unterlegen waren und nicht davon abrückten, das wäre "ihr Job" gewesen.
Genauso gut kann ich sagen, dass viele, viele Männer auf "unseren Jobs" sitzen - und sie gefälligst endlich hergeben sollen!
Die Demokratie kommt so nicht weiter. Höchstens ein Paar Funktionärinnen.