Therapie statt Strafe war eigentlich ja auch Leitlinie der Drogenpolitik in Hamburg. Bis Schill kam und Drogenpolitik mit Hilfe von CDU und FDP von einem Querschnittsthema (Gesundheit, Stadtentwicklung, Innen, Justiz) zu einem ausschließlich innenpolitischen Thema wurde.
Was mich wirklich aufregt, ist die Tatsache, dass *alle* wissen, dass niemand den Staat so viel Geld kostet, wie ein nicht versorgter Schwerstabhängiger. Alleine mit dem Geld, dass in Hamburg für die Gefängnisstrafen ausgegeben wird, die direkte Folge des Konsums sind (Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Beschaffungskriminalität etc), könnte man das Hamburger Suchthilfesystem viele Jahrzehnte lang finanzieren!
Was mich wirklich aufregt, ist die Tatsache, dass *alle* wissen, dass niemand den Staat so viel Geld kostet, wie ein nicht versorgter Schwerstabhängiger. Alleine mit dem Geld, dass in Hamburg für die Gefängnisstrafen ausgegeben wird, die direkte Folge des Konsums sind (Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Beschaffungskriminalität etc), könnte man das Hamburger Suchthilfesystem viele Jahrzehnte lang finanzieren!



Die Kostensituation, die Sie schildern, ist ja nur möglich, indem man schwer hilfsbedürftige "in Freiheit" (kostengünstig) ihrem Schicksal überlässt.
Strafrechtliche Verfolgung und (teilweise) Legalisierung
Strafrechtliche Verfolgung ist in Deutschland - und auch Ihrer Welt - das Mittel der Wahl. Meiner Meinung nach bleiben Sie jeden Beweis schuldig, dass das mehr als eine Ideologie ist. Es gibt weltweit keinen Fall, in dem die strafrechtliche Verfolgung des Handels die vorhandene Menge an Drogen oder Drogenabhängigen reduziert hätte. Was aber das erklärte Ziel und die Legitimation des irren finanziellen und personellen Aufwands der strafrechtlichen Verfolgung des Handels ist.
Außerdem ist Ihr Menschenbild tatsächlich nicht meins. Die Vorstellung, die Gesellschaft dürfe Menschen einfach gegen ihren Willen therapieren und zum Entzug zwingen, kann ich nicht mittragen.
Auch was Sie über Kosten sagen, ist mal wieder falsch. Das Hilfesystem, dass eben soviel kostengünstiger arbeitet als die Knäste "überlässt" "schwer hilfsbedürftige" nicht "in Freiheit". Sondern bietet schwerkranken Menschen niedrigschwellig und langfristig Hilfe, ihre Gesundheit und ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Dazu gehören Entzugs- und Substitutionstherapien, Arbeitsplatz- und Schuldnerberatung, Unterstützung bei der Wohnungssuche, aber auch gesundheitliche Versorgung, die Bereitstellung sauberer Spritzen, Duschen und Waschmaschinen. Selbst diese umfassende Lebens- und Suchthilfe ist pro Klient preiswerter als ihn unversorgt in den Knast zu stecken.
Es ist wirklich traurig - ihr ideologisches Weltbild ermöglicht es Ihnen, zu allem eine Meinung zu haben; sie haben aber leider kein Interesse an irgendwelchen Fakten.
Wenn ein Mensch verblutet und in seiner Verwirrung die Behandlung abwehrt, dann wollen Sie ihn nicht am Leben halten?
Süchtige sind oft genug nicht mehr in der Lage, ihr Handeln sinnvoll zu bestimmen. Damit haben Sie, wenn eine die Therapie ablehnt, zwei Möglichkeiten, die "gegen ihren Willen zu therapieren und zum Entzug zu zwingen", oder krepieren zu lassen. So viel zu Ihrem ideologischen Weltbild, das ich Ihnen gerne lasse.
Aber sonst läuft da noch so einiges. Zum Beispiel die Gefährdung anderer, die zum Missbrauch, d.h. zu ihrem gesundheitlichen Ruin, verleitet werden könnten. Dazu kommt ein saftiger Unrechtsgehalt, der im verbotenen Drogenkonsum und in der zwangsläufigen Förderung des Handels besteht.
Wenn Ihr "Hilfesystem, das (!) eben soviel kostengünstiger arbeitet als die Knäste", dann freut es mich. Ich habe mich ausschließlich gegen die Freiwilligkeit gewendet, die den verwirrten Hilfsbedürftigen nicht hilft, die Gemeingefährdung unberücksichtigt lässt und den Handel fördert.
Wenn Ihr "Hilfesystem, das eben soviel kostengünstiger arbeitet als die Knäste", greift, dann freut es mich.