
Arme alte Männer. Was müssen sie nicht leiden unter uns Frauen heutzutage. Und sogar sonst ganz gescheite Radiomoderatoren von öffentlich-rechtlichen Qualitätssendern müssen über Frauenförderung herziehen und sich vor "Berufsverboten " für Männer durch Quoten fürchten.
Otto Brusatti schreibt heute in der "Presse". Nachlesen: http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=m&ressort=g&id=514226
Hier meine Replik, die morgen als Leserbrief erscheint:
Lieber Otto Brusatti,
Willkommen im 21. Jahrhundert!
In Ihrem gestrigen Kommentar “Es grünt so weiblich” diskutieren Sie unser Grünes Kulturprogramm für Wien und kritisieren unsere darin enthaltenen – Ihrer Meinung nach völlig überflüssigen – Forderungen zur Frauenförderung in Kunst und Kultur.
Sie haben nur leider einige Lebensrealitäten übersehen. In Österreich verdienen Frauen durchschnittlich um fast ein Viertel weniger für die gleichwertige Arbeit als Männer, egal ob sie in der Wirtschaft oder in der Kunst arbeiten.
Eine Studie von media.cult aus 2003 belegt: von den 28 Best-verdienenden Positionen im Kunst- und Kulturbereich sind nur zwei von Frauen besetzt: Helga Rabl-Stadler und Gabriele Zuna-Kratky. Alle anderen sind Männer.
Ein anderes Beispiel aus der konkreten Praxis der SPÖ-Förderpolitik in Wien: im Filmbereich sind 23 Prozent der geförderten RegisseurInnen Frauen, vom Musikbudget der Stadt Wien profitieren gar nur 4,7 Prozent Frauen.
Ist das fair und gerecht? Sind Frauen einfach nicht so gute KomponistInnen und RegisseurInnen? Das wird wohl heutzutage niemand mehr ernsthaft behaupten wollen. Oder liegt es vielleicht an Männern mit Altherren-Attitüde wie Ihnen, dass diese Frauen nicht zum Zug kommen?
Und übrigens, noch so eine Wirklichkeit des Jahres 2005: Gender-Mainstreaming ist geltendes EU-Recht seit dem Beitritt Österreichs und verpflichtend umzusetzen.
Sorry, lieber Otto Brusatti, die Zeiten der exklusiven Männerklubs sind vorbei. Und wir jungen Frauen sind „gekommen, um zu bleiben“, wie Judith Holofernes von „Wir sind Helden“ genau weiß. Aber versprochen: wir schneiden Ihnen den Kopf nicht ab.
Marie Ringler, Kultursprecherin der Wiener Grünen
PS: Unser Kulturprogramm ist nachzulesen unter: http://wien.gruene.at
Otto Brusatti schreibt heute in der "Presse". Nachlesen: http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=m&ressort=g&id=514226
Hier meine Replik, die morgen als Leserbrief erscheint:
Lieber Otto Brusatti,
Willkommen im 21. Jahrhundert!
In Ihrem gestrigen Kommentar “Es grünt so weiblich” diskutieren Sie unser Grünes Kulturprogramm für Wien und kritisieren unsere darin enthaltenen – Ihrer Meinung nach völlig überflüssigen – Forderungen zur Frauenförderung in Kunst und Kultur.
Sie haben nur leider einige Lebensrealitäten übersehen. In Österreich verdienen Frauen durchschnittlich um fast ein Viertel weniger für die gleichwertige Arbeit als Männer, egal ob sie in der Wirtschaft oder in der Kunst arbeiten.
Eine Studie von media.cult aus 2003 belegt: von den 28 Best-verdienenden Positionen im Kunst- und Kulturbereich sind nur zwei von Frauen besetzt: Helga Rabl-Stadler und Gabriele Zuna-Kratky. Alle anderen sind Männer.
Ein anderes Beispiel aus der konkreten Praxis der SPÖ-Förderpolitik in Wien: im Filmbereich sind 23 Prozent der geförderten RegisseurInnen Frauen, vom Musikbudget der Stadt Wien profitieren gar nur 4,7 Prozent Frauen.
Ist das fair und gerecht? Sind Frauen einfach nicht so gute KomponistInnen und RegisseurInnen? Das wird wohl heutzutage niemand mehr ernsthaft behaupten wollen. Oder liegt es vielleicht an Männern mit Altherren-Attitüde wie Ihnen, dass diese Frauen nicht zum Zug kommen?
Und übrigens, noch so eine Wirklichkeit des Jahres 2005: Gender-Mainstreaming ist geltendes EU-Recht seit dem Beitritt Österreichs und verpflichtend umzusetzen.
Sorry, lieber Otto Brusatti, die Zeiten der exklusiven Männerklubs sind vorbei. Und wir jungen Frauen sind „gekommen, um zu bleiben“, wie Judith Holofernes von „Wir sind Helden“ genau weiß. Aber versprochen: wir schneiden Ihnen den Kopf nicht ab.
Marie Ringler, Kultursprecherin der Wiener Grünen
PS: Unser Kulturprogramm ist nachzulesen unter: http://wien.gruene.at



auwei