.C. - 10. Jan, 06:22

was ist denn das schlimme...

Ich frage mich schon die ganze Zeit, was denn dieses unsäglich Schlimme ist, dass gleich mal von den Medien aufgeschnappt wurde?

Ist es die Darstellung einer Frau im Slip, oder von Menschen beim "flotten Dreier" oder ist es der Aufdruck oder die ähnlichkeit der Masken mit bestimmten Politikern?

Beides nichts worüber man sich normalerweise aufregt. Aber im Moment scheinen allerorts Feindbilder gefragt zu sein, und in diesem Fall kann sich wirklich jeder eines rauspicken: die Nicht-Österreicher können pauschal die Österreicher anfeinden, die österreichische Opposition kann sich ein wenig auf den Kanzler einschießen (der läßt das Zeug eben in aller Ruhe abmontieren), die Kunsthasser sehen sich mal wieder bestätigt.

Und ich finde diejenigen schrecklich, die sich ob solch harmloser Sachen aufregen, es wurde ja nichtmal ein Tabu verletzt, oder ist sowas inzwischen schon ein Tabubruch? Ich hoffe nicht, aber falls ja werden sich alle jene, die vor 30 JAhren den Aktionskünstlern beim Onanieren zugesehen haben, an den Kopf greifen. Ich schätze mal, es werden auch einige unserer jetzigen Politiker dabei sein, immerhin waren viele von denen in den 70ern noch Studenten.

Diejenigen die für die sexuelle Revolution gekämpft haben regen sich wegen einem Slip und ein wenig angedeutetem Gruppensex am meißten auf, ist doch lachhaft...

Es lebe die Intolleranz und der Reaktionismus, sind es doch 2 der besten Wege sich kritisch mit etwas auseinanderzusetzen oder hab ich da etwas verwechselt?

Florestan (anonym) - 11. Jan, 08:06

Das Schlimme ist die primitive Provokation, ohne jede Verfeinerung oder Verdichtung, die bisher als Kennzeichen einer künstlerischen Äußerung angesehen wurden.

Dass Kunstbeflissene, die es bewundern wenn ihre Abgötter onanieren und im Blut wühlen das anders sehen, ist mir klar. Solche Leute sind für mich aber kein Maßstab.
Florestan (anonym) - 12. Jan, 13:20

Es ist doch eine bekannte Tatsache, dass jede Botschaft in der Darstellung eines Menschen transportieren kann. Auch daran erkenne ich, dass die hier kritisierten Bilder stumpf und uninspiriert sind.

Genau diese Machwerke und ihre Verursacher sind es, wovor der Kunstbetrieb geschützt werden muss.
.C. - 16. Jan, 21:58

wen vor wem schützen?

Ah ja, es ist also unsere Aufgabe den Kunstbetrieb vor sich selbst zu schützen? Am besten gleich von der Politik, die dann festlegen darf was ästhetisch wertvoll ist und was nicht? So ein tolles Landschaftsbild, eventuell vom Dachstein ist doch was viel Schöneres, als abstrakte Kunst (nur als Beispiel).

Immer wenn es um die Darstellung von leicht bekleideten bzw unbekleideten Körpern geht, wird die ganze Diskussion sofort in die Schmuddelecke gezogen. Es zeigt eher die Unreife der Eiferer, als die der Künstler auf.

Diese paar Bilder haben (% der Bevölkerung) mehr Menschen erreicht, als x Ausstellungen sogenannter "wertvoller" Kunst.

Im Endeffekt kann ich jedes Kunstwerk zerlegen, wenn ich nur den Willen dazu aufbringe!
Florestan (anonym) - 23. Jan, 10:52

@ .C.: Wen vor wem schützen?

Die Kunst und die Künstler vor den kunstlosen "Mitessern" und Carpetbaggern, die es heute glänzend verstehen, die Kunstförderung in ihre Taschen zu lenken.

Dazu müsste man aber unterscheiden, also Stellung beziehen und dazu sind die Politiker ganz einfach zu feige. Da für sie nichts als Steuergeld auf dem Spiel steht, kann ich das sogar verstehen.

Es geht also darum, den Kunstbetrieb nicht vor sich selbst, sondern vor Parasiten zu schützen.

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