
Das Berliner Ergebnis klingt aus der Ferne erfreulich. Aber gleichzeitig ist da ja auch Mecklenburg: Die österreichischen Medien berichteten seit Tagen über den drohenden Einzug der NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Ziemlich zum Fürchten die Vorstellung... was meinst du, Katja, warum gibt es so viele die den Parolen der NPD auf den Leim gehen? Und die Grünen kriegen keinen Fuß auf den Ost-Boden... hat das miteinander zu tun?



hm
1. speziell im fall von mecklenburg-vorpommern hat umweltminister methling einen guten job gemacht, so dass grüne themen dort auch durch die linkspartei recht gut besetzt sind.
2. allerdings sind grüne themen dort ziemlich randständig, weil die fragen von arbeit und sozialem weit höher durch die menschen dort bewertet werden (und kaum je als zusammengehörig, sondern meistens als gegeneinander gerichtet betrachtet werden obendrein).
3. stehen die grünen für viele als mitverursacher von hartz iv schlecht im kurs. das kann die spd durch landesweite präsenz und bekanntes führungspersonal vor ort (wie z.b. harald ringsdorff) abfedern. wo die spd das nicht kann, wie z.b. in sachsen, sehen die wahlergebnisse entsprechend aus.
4. und da kommt das letzte nochmal zum tragen: die npd hat sich in vielen ländlichen gegenden konsequent lokale präsenz erarbeitet. die grünen sind von flächendeckender präsenz weit entfernt. dadurch fehlen den leuten persönliche erfahrungswerte mit den grünen.
Grün im Osten
Außerdem ist der Osten für uns Grüne auch in seiner Struktur schwierig: Während viele gut ausgebildete junge Frauen das Land verlassen haben, bleiben vor allem junge Männer zurück, die für ihr Leben wenig Perspektiven sehen. Junge Männer sind aber eine klassische Zielgruppe von FDP und Rechten - genau den Parteien, die ja auch deutlich zugelegt haben...
Übrigens sind die Neonazis auch in Berlin in fünf Bezirksversammlungen eingezogen. Auch das ist eine ganz neue Qualität.
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