
Eure Wahlen schlagen ihre Wellen. Die Ansprüche der Grünen werden zur Kenntnis genommen und allgemein positiv kommentiert. In Berlin kommt es ja nun nicht zu rot-grün, weil die SPD lieber den gedemütigten Wahlverlierer PDS nimmt, als den einzigen Wahlgewinner. Denn was Wowereit und die Volksparteien ja gerne vergessen machen wollen: sie verlieren in absoluten Stimmen.



dazu kommt mit sicherheit, dass spd und linkspartei in den letzten fünf jahren gut zusammengearbeitet haben und diese sicherheit nicht aufgeben wollen. da scheinen gegenüber den berliner grünen auch die einen oder anderen ressentiments zu bestehen.
außerdem kommt noch dazu, dass die grüne spitzenkandidatin eichstädt-bohling im wahlkampf mal eben fallen ließ, dass 40000 bis 50000 wohnungen schon noch verkauft werden sollten. nachdem rot-rot nun in den letzten fünf jahren zumindest versucht hat, privstisierungen öffentlichen eigentums so gut es geht zu begrenzen, kommt so eine ansage von seiten der berliner grünen auch nicht wirklich gut an.
und wenn dann die berliner grünen, voran volker ratzmann, nun erklären, dass die chance auf eine verbindung von sozialer stadt und zukunftsorientierung verspielt wäre, dann weiß er selbst gut genug, dass das nicht mehr als markige töne sind. das leitbild der sozialen stadt ist in berlin von der linkspartei etabliert worden und ist bei allen drei linken parteien verankert. und was die zukunftsorientierung angeht, versucht rot-rot sich ebenfalls seit fünf jahren an einer stärkung berlins in den bereichen wissenschaft, medien und kultur. groß was anderes haben die grünen da laut wahlprogramm auch nicht zu bieten.
was macht also die besondere notwendigkeit einer grünen regierungsbeteiligung in berlin aus, wenn in den meisten feldern übereinstimmung mit den positionen sowohl von linkspartei und spd besteht und der unterschied zur linkspartei sich letztlich auf die frage der privatisierungen festmacht, genau dieser punkt aber ein konfliktpunkt mit der spd ist?