
Zurück an die Uni! In Berlin findet gerade eine große internationale Frauenkonferenz an der Humboldt-Uni statt. Organisiert von der grünnahen Heinrich-Böll-Stiftung, finden große Panels, kleinere Workshops und viel Rahmenprogramm statt. Einen der Workshops zu "Frauen mit Migrationshintergrund in Schule und Beruf" hat Sandra Brunsbach, meine Trainee, organisiert. In dem Workshop wird deutlich, dass gerade die Selektion im deutschen Bildungssystem der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund entgegensteht. Zum Beispiel wird von Kindern erwartet, dass sie bei der Einschulung deutsch sprechen - ohne, dass der Staat den Kindern integrative Angebote zum Spracherwerb anbietet, wie bspw. ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle Kinder. Stattdessen werden Migrantenkinder von Anfang an nach ihrem Sprachstatus und ihrem Background und nicht nach ihren Fähigkeiten und Potentialen bewertet und selektiert. Das führt zu Entmutigung und Rückzug bei den Kindern. Noten, Sitzenbleiben, Abschulen und Selektion nach der vierten Klasse schaden vor allem schwächeren Kindern. Das steht auch genauso im grünen Wahlprogramm. Das bittere ist: Mädchen mit Migrationshintergrund werden noch mehr benachteiligt als Jungs. Sie sind besser in der Schule und sie bekommen trotzdem seltener Ausbildungsplätze. Und: eine ganze Generation ist nach Ansicht der Expertinnen verloren, weil ihre Qualifizierung fast nicht mehr leistbar ist. Damit es nicht noch mehr werden, muss jetzt unbedingt gehandelt werden! Bloß kostet das Geld, dass der Staat auch investieren muss. Mit mehr Individualisierung werden diese Menschen weiter abgehängt und die Probleme mit mangelnder Integration bloß teurer und gravierender. Das ist eine Zukunftsblindheit, die mich krank macht! Von links nach rechts: Frau Karaman von AKARSU in Berlin, Ramona Pop, MdA und Moderatorin, Dr. Merle Hummrich, Zentrum für Schulforschung in Halle und Dr. Mona Granato vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn.



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