
Sorry, aber die Tatsache, dass Fischer Bock auf Privatleben hat, ist KEIN Signal für eine Jamaika-Koalition. Kein grüner Parteitag würde das mitmachen. Und auch wenn die Wortakrobaten in den Blogs für die verschiedenen Politikfelder schon durchdeklinieren, wie die Lösungen aussehen: Für die kulturellen Gräben, die es zwischen CDU, aber vor allem FDP und CSU und den Grünen gibt, sind schwammig formulierte Koalitionsverträge keine Brücken. Lasst Ihr Schnacker die Grünen mal auf Landesebene testen, ob schwarz-grün tatsächlich eine Option ist. Wenn das klappt, dann kann man über Bündnisse mit der FDP nachdenken. Wenn die ganzen Ex-Stasi-Leute weg sind, kommt irgendwann vielleicht auch die PDS/Pseudolinke in Frage. Und dann steht ganz am Ende: Freiheit, wild rumzukoalieren. Bis dann ist die Türkei auch Vollmitglied der EU.



kulturelle Gräben
"Kein grüner Parteitag würde das mitmachen." - danke für diese authentische Vorab-Interpretation der realen Auswirkungen der unverfälschten, reinen grünen Lehre. Aber: Wer Gräben nicht überwinden kann, fällt irgendwann selbst hinein. Paradox, dass da ausgerechnet "kulturelle Gräben" ins Treffen geführt werden. Etwas mehr Offenheit sollte gerade "Linke" auszeichnen?! Und der Formulierung "Pseudolinke" darf ja entnommen werden, wer sich hier als "richtige" Linke versteht! ;-) Tipp: Erwachsen werden & Fundi-tum abschütteln!
LG
ps zur Türkei: "Im Namen der Toleranz sollten wir das Recht beanspruchen, die Intoleranz nicht zu tolerieren" (Karl Popper)
Respekt vs Toleranz
Theodor Adorno
Du darfst niemals Toleranz und Respekt verwechseln. Respekt heißt gegenseitige Anerkennung, Toleranz bedeutet Selbstaufgabe. Respekt wächst aus der Überzeugung heraus, dass ich den Anderen nicht vernichten muss - im Gegenteil: ich würdige unsere Unterschiede. Der Schlüssel zur Wertschätzung dieser Unterschiede ist die Erkenntnis, dass jeder Mensch die Welt nicht sieht wie sie ist, sondern so, wie er ist.
Ich will meine Mitmenschen annehmen, ich will ihnen in ihrer Andersartigkeit Respekt entgegenbringen. Sie haben ein Recht darauf, so zu sein wie sie sind, so wie ich das Recht beanspruche, so zu sein, wie ich bin. Wer respektvoll ist, hat die Bescheidenheit und Ehrfurcht, seine eigenen Wahrnehmungsgrenzen anzuerkennen und die reichen Ressourcen zu schätzen, die durch Interaktion mit den Herzen und Köpfen anderer Menschen verfügbar werden. Ich würdige die Unterschiede, da sie zu meinem Verstehen der Realität beitragen.
Schnackerer
Spontispruch
Respekt ist eben nichts, was man nur vor den Positionen der anderen haben sollte, sondern auch vor den eigenen. Und als "Parteiobere" ist Respekt übrigens auch was, was man gerne vor der Basis und den WählerInnen haben darf, denn ohne die gäbe es auch keine Parteispitze. Ich will schwarz-grün überhaupt nicht ewig auschließen, als Hamburgerin ganz sicher nicht. Aber ich schrieb es schon in einem andren Kommentar: So was kann man nicht einfach parteiintern "durchregieren", man sollte mit einem politischen Gegner anfangen und sich nicht zur Sandwichpartei machen und ich persönlich finde, dass die Grünen sowas auch aus einer Position der strategischen Stärke heraus machen sollten. Also nicht als kleinste Fraktion von dreien zum Beispiel.