Femmeglobale

Also ob die immens hohe Segregation im Schulbereich und die Ähnlichkeiten der deutschen und österreichischen Probleme in unserer gemeinsamen Geschichte liegen weiss ich nicht, glaube es auch nicht wirklich. Wenn dann liegts in Gemeinsamkeiten wie Ressentiments gegen alles was "fremd" scheint.
In Ö ist das Problem der Segregation aber nicht nur auf MigrantInnen-Kinder beschränkt, sondern erfasst alle: trotz 30 Jahren freien Hochschulzugangs, der erst jetzt durch ÖVP/BZÖ beschränkt wurde, sind StudentInnen zu einem überwältigenden Teil Kinder von AkademikerInnen. Denn leider kann ist unser Bildungssystem so undurchlässig, dass die meisten Kinder immer noch nur das Bildungsniveau ihrer Eltern erreichen und nicht mehr. Einerseits liegt das natürlich an finanziellen Fragen, aber auch daran das bei uns sehr früh auseinanderdividiert wird: Hauptschule und Lehre hier, Gymnasium, Uni dort. Quasi mit 10 Jahren werden also die alles entscheidenden Weichen gestellt... Die Gesamtschule würden da ebenso helfen wie massive Investitionen in die allgemeine Verbesserung des Schulsystems.
Gerade meldet sich eine junge Frau aus Wien, die sagt, in Österreich wäre alles noch schlimmer. Bei Euch kommen 96 Sonderschülerinnen mit Migrationshintergrund auf vier (!) Gymnasiastinnen kommen. Ist diese Nähe von Deutschland und Österreich in dieser Frage eine Folge des Dritten Reiches?
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Zurück an die Uni! In Berlin findet gerade eine große internationale Frauenkonferenz an der Humboldt-Uni statt. Organisiert von der grünnahen Heinrich-Böll-Stiftung, finden große Panels, kleinere Workshops und viel Rahmenprogramm statt. Einen der Workshops zu "Frauen mit Migrationshintergrund in Schule und Beruf" hat Sandra Brunsbach, meine Trainee, organisiert. In dem Workshop wird deutlich, dass gerade die Selektion im deutschen Bildungssystem der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund entgegensteht. Zum Beispiel wird von Kindern erwartet, dass sie bei der Einschulung deutsch sprechen - ohne, dass der Staat den Kindern integrative Angebote zum Spracherwerb anbietet, wie bspw. ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle Kinder. Stattdessen werden Migrantenkinder von Anfang an nach ihrem Sprachstatus und ihrem Background und nicht nach ihren Fähigkeiten und Potentialen bewertet und selektiert. Das führt zu Entmutigung und Rückzug bei den Kindern. Noten, Sitzenbleiben, Abschulen und Selektion nach der vierten Klasse schaden vor allem schwächeren Kindern. Das steht auch genauso im grünen Wahlprogramm. Das bittere ist: Mädchen mit Migrationshintergrund werden noch mehr benachteiligt als Jungs. Sie sind besser in der Schule und sie bekommen trotzdem seltener Ausbildungsplätze. Und: eine ganze Generation ist nach Ansicht der Expertinnen verloren, weil ihre Qualifizierung fast nicht mehr leistbar ist. Damit es nicht noch mehr werden, muss jetzt unbedingt gehandelt werden! Bloß kostet das Geld, dass der Staat auch investieren muss. Mit mehr Individualisierung werden diese Menschen weiter abgehängt und die Probleme mit mangelnder Integration bloß teurer und gravierender. Das ist eine Zukunftsblindheit, die mich krank macht! Von links nach rechts: Frau Karaman von AKARSU in Berlin, Ramona Pop, MdA und Moderatorin, Dr. Merle Hummrich, Zentrum für Schulforschung in Halle und Dr. Mona Granato vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn.

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