Flaechenbrand

Ich denk schon die ganzen letzten Tage drüber nach ob die Ausschreitungen aus Frankreich hier in Wien auch passieren könnten. Immerhin hat ja Wien auch einen Anteil von Nicht-ÖsterreicherInnen von 18% und rund 30% haben einen Migrationshintergrund. Aber, die gesamte soziale Situation ist nicht so angespannt. Trotz sehr hoher Jugendarbeitslosigkeit (70.000 von insg. 240.000 Arbeitslosen sind unter 30 Jahre) und viel zu vielen Jugendlichen, die die grundlegenden Kulturtechniken des Schreibens und Lesens nur ungenügend beherrschen, noch ist Österreich ein bisschen "geschützter" vor der rauen Realität. Die Ghettoisierung ist bei uns nicht so fortgeschritten, nict nur räumlich auch kulturell. Aber Ausgrenzung findet statt, sei es in den grauslich ausländerfeindlichen Plakaten der FPÖ, aber auch am Arbeitsmarkt und durch die Bundesregierung die mit Zwangsmassnahmen (kurz gabs den ernst gemeinten Vorschlag, Minderjährige, die in Deutsch durchfallen abzuschieben!) oder Vorurteile (Polizeianweisungen vorsorglich alle Menschen schwarzer Hautfarbe auf Drogen zu durchsuchen). Und die angeblich so fortschrittliche neue, alte SPÖ tut viel zu wenig. Statt offensiver Integrationspolitik heissts auch da: für Deutsch-Lehrer nicht-deutschsprachiger Volksschüler wird kein Geld ausgegeben und in den Gemeindebau dürfen AusländerInnen auch nicht einziehen. Wie lang's mit der Politik dauert bis es knallt...wi werden sehen..
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Berlin brennt noch nicht. Ein bisschen bloß, was einzelne CDUler gleich als Chance begreifen, mehr Repression zu fordern - Integration sei nämlich leider zu teuer... Spannend ist bei dieser Diskussion vor allem, wieviel Integrationsdebatte sie ist und wie wenig Gerechtigkeitsdebatte. Und das in Deutschland gleich wieder alle auf die Türken, bzw. Moslems gucken. Wobei der direkte Vergleich mit Frankreich eher nahelegen würde, dass es in Stadtteilen, in denen viele Aussiedler leben, zuerst knallt. Deren Probleme, die statistisch häufig nicht erfasst werden, weil alle Beteiligten einen deutschen Pass haben, sind denen der französischen Jugendlichen recht ähnlich: hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit.

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