
In Österreich ist jetzt so richtig Wahlkampf. Lang genug hats gedauert bis es spürbar geworden ist für alle. Denn die politischen Parteien bereiten sich ja schon seit Monaten vor. Auch bei uns ist jetzt die Hölle los. Alle laufen zwischen Strassenaktionen, Programmpräsentationen und Beisltouren hin und her.
Ich mag Wahlkampf ja richtig gerne. Auf der Strasse stehen, mit Menschen über Politik diskutieren, die man sonst vielleicht gar nicht trifft oder die sonst gar nicht so Lust haben über politisches zu reden. Und diesen Wahlkampf gibts auch fast täglich spätabends TV Konfrontationen der Spitzenkandidaten und die sind dann jeweils Gesprächsstoff für die nächsten Tage. Gestern abend: Westenthaler/BZÖ vs. Strache/FPÖ. Ziemlich brutale Untergriffe die längste Zeit, wenig inhaltliches und fast ausschliesslich Nabelschau ("wer ist freiheitlicher?", "wer ist noch ausländerfeindlicher?", "wer mehr ewiggestrig?"...) Und bei dieser letzten Frage wirds spannend. Gestern abend im TV versuchte Westenthaler als großen Unterschied zwischen FPÖ ("den ewiggestrigen Nazis") und BZÖ ("Mitte-rechts Partei") herauszuarbeiten, dass ja die rechts-rechten Ideologen a la Stadler und Mölzer bei der FPÖ geblieben wären, während eben das BZÖ da viel "moderner" sei. Naja. War schon gestern kein glaubwürdiges Argument, durch ein Interview des Listenzweiten des BZÖ das heute bekannt wurde, zeigt sich aber auch das als völlig durchsichtig. Sagt doch dieser Veit Schalle glatt folgendes zur NS Beschäftigungspolitik: "
Frage 'profil': Herr Haider hat aber positive Sachen gefunden, siehe Beschäftigungspolitik - Der Pressesprecher: Das ist 20 Jahre her, das wurde in einem bestimmten Zusammenhang so gesagt - Schalle: Was natürlich schon beeindruckend war, was die trotzdem für ein Wirtschaftsprogramm aufgestellt haben. Das kann man sich aus heutiger Sicht gar nicht vorstellen. Aber mit Zwang geht's wahrscheinlich nicht. Das kann kein Vorbild sein.""
Veit Schalle ist aus meiner Sicht damit rücktrittsreif, auch wenn er heute dementiert und meint das hätte er alles nicht so gemeint und er sei auch nie NS Anhänger gewesen.
Dass der Ex-Bundesratspräsident Kampl, der vor einigen Monaten mit ähnlichen NS Verharmlosungen Aufregung verursachte auf dem letzten Listenplatz des BZÖ ist, wundert da kaum mehr und passt ins Bild.
Rechts-rechts bleibt einfach rechts-rechts. Da kann ein modernes Mäntelchen nicht drüber hinwegtäuschen...!